Bestäubende Insekten — darunter Honigbienen (Apis mellifera), Hummeln (Bombus spp.) und solitaire Wildbienen — sind auf ein kontinuierliches Nahrungsangebot über die gesamte Vegetationsperiode angewiesen. Privatgärten können dieses Angebot erheblich verbessern, sofern die Pflanzenwahl auf die Bedürfnisse dieser Tiergruppen abgestimmt ist.

Heimische Pflanzen vor Zierpflanzen

Stark gezüchtete Zierpflanzen wie gefüllte Rosen oder Tagetes-Sorten haben oft keine zugänglichen Nektarquellen mehr. Heimische Wildpflanzen und einfach blühende Sorten hingegen bieten offene Blütenstrukturen, die sowohl Bienen als auch Hummeln mit kurzem Rüssel erreichen können.

Hinweis zur Pflanzenwahl: Saatgut aus dem Fachhandel als "Bienenweide" oder "Wildblumenmischung" kann nicht-heimische Arten enthalten. Besser sind regionale Saatgutkollektionen, die als "gebietseigen" ausgezeichnet sind.

Pflanzen nach Blütezeitraum auswählen

Ein kontinuierliches Angebot von Frühling bis Herbst erfordert eine bewusste Staffelung der Blütezeiten. Folgende Pflanzengruppen decken unterschiedliche Zeitfenster ab:

Frühjahr (März – April)

  • Scharbockskraut (Ficaria verna) — einer der frühesten Pollenlieferanten
  • Weidenknieper (Salix spp.) — blühende Weidengehölze im März
  • Beinwell (Symphytum officinale) — häufig in feuchten Gartenbereichen

Frühsommer (Mai – Juni)

  • Natternkopf (Echium vulgare) — besonders attraktiv für Hummeln
  • Oregano (Origanum vulgare) — lange Blütezeit, geringer Pflegeaufwand
  • Wiesensalbei (Salvia pratensis) — hohe Besuchsfrequenz durch Hummeln

Hochsommer bis Herbst (Juli – Oktober)

  • Wilde Karde (Dipsacus fullonum) — zweijährig, attraktiv für Hummeln
  • Herbstaster (Symphyotrichum spp.) — wichtige Spätblüherin
  • Efeu (Hedera helix) — blüht im Oktober, unterversorgte Jahreszeit

Wildbienen berücksichtigen

In Deutschland kommen laut Bundesamt für Naturschutz über 500 Wildbienenarten vor. Viele davon sind auf bestimmte Pflanzengruppen spezialisiert (oligolektisch). Wer ausschließlich exotische Pflanzen anbaut, bietet diesen spezialisierten Arten keine geeignete Nahrungsgrundlage.

Wildbienengerechte Pflanzungen enthälten Vertreter der Familien Boraginaceae (Borretsch, Lungenkraut), Lamiaceae (Salbei, Thymian, Minze) und Asteraceae (Körbchengewächse).

Bodenstruktur und Nistmöglichkeiten

Rund zwei Drittel der deutschen Wildbienenarten nisten im Boden. Offene Sandfächen, unversiegelte Wege und besonnte Lehm-Lehm-Böschungen gehören daher zu den wichtigsten Strukturelementen neben der Pflanzenwahl. Auch Totholzstapel und nicht lackierte Holzbalken mit Bohrungen ermöglichen Nistplatze.

Wildblumenwiese anlegen

Eine Wildblumenwiese benötigt nährstoffarmen Boden. Auf düngerreichen Gartenflächen müssen zunächst die oberen 5–10 cm Mutterboden abgetragen oder durch magereres Substrat ersetzt werden. Bereits nach einer Vegetationsperiode zeigen sich erste Ergebnisse, die volle Artenvielfalt stellt sich über mehrere Jahre ein.

Wildblumenwiese mit verschiedenen Blüten

Quellen