In deutschen Großstädten wie Berlin, Hamburg und Köln ist der Rotfuchs (Vulpes vulpes) seit Jahrzehnten ein fester Teil der Fauna. Die Anpassungsfähigkeit dieser Art erlaubt es ihr, auch in dicht besiedelten Gebieten zu überleben und gelegentlich Privatgärten als Teil ihres Streifgebiets zu nutzen.

Warum Füchse in Städten vorkommen

Die Ausbreitung städtischer Fuchspopulationen lässt sich auf mehrere Faktoren zurückführen. Zum einen ermöglicht das vielfältige Nahrungsangebot in Siedlungsbereichen — darunter Fallobst, Kompost und Kleinsäuger — eine relativ zuverlässige Versorgungslage. Zum anderen bieten Gärten, ungenutzte Gebäudebereiche und Parks geeignete Rühestellen und Wurfplätze.

Nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) haben sich Stadtfüchse in Mitteleuropa vor allem seit den 1980er-Jahren deutlich ausgebreitet. Ihre Anwesenheit in Wohngegenden wird von Bewohnern unterschiedlich wahrgenommen.

Verhalten von Stadtfüchsen

Rotfüchse sind dämmerungs- und nachtaktiv, auch wenn sie in Städten häufiger tagsuber gesichtet werden als ihre Artgenossen auf dem Land. Das liegt nicht zwingend an Erkrankungen, sondern an der höheren Gewöhnung an menschliche Aktivität.

Hinweis: Ein Fuchs, der tagsuber zu sehen ist, muss nicht krank sein. Erst auffälliges Verhalten wie Kreiseln, Taumeln oder fehlende Scheuch­reaktion rechtfertigt Rücksprache mit dem zuständigen Veterinäramt.

Stadtfüchse sind in der Regel nicht aggressiv gegenüber Menschen. Direktes Füttern ist dennoch nicht empfehlenswert, da es die natürliche Scheu verringert und langfristig Verhaltensprobleme erzeugen kann.

Garten für Füchse sinnvoll gestalten

Wer Rotfüchsen keinen Schaden durch seinen Garten verursachen möchte und gleichzeitig ihren Aufenthalt toleriert, kann mit einigen einfachen Maßnahmen die Situation für beide Seiten verbessern.

Nahrungsquellen sichern

Kompostbehälter sollten abgedeckt sein und keine Fleisch- oder Fischreste enthalten. Fallobst kann liegengelassen werden — es dient auch anderen Wildtieren als Nahrung. Hühner- und Kaninchengehäge müssen füchsesicher (engmaschiges Drahtgeflecht bis mindestens 50 cm tief eingegraben) gesichert werden.

Verstecke und Rüheplatz

Ein dichtes Gebüsch, ein Holzstapel oder eine natürliche Hecke aus einheimischen Sträuchern kann als Tageseinstand genutzt werden. Wer das toleriert, beobachtet Füchse auf distanz, ohne sie zu stören.

Wasser bereitstellen

Flache Wasserschalen im Schatten, täglich frisch befüllt, werden von Füchsen und anderen Wildtieren genutzt. Wichtig ist ein flacher Rand oder eine eingetauchte Rampe, damit Kleintiere nicht ertrinken.

Rechtliche Situation in Deutschland

Der Rotfuchs unterliegt in Deutschland dem Jagdrecht. Er darf außerhalb von Siedlungsbereichen nur von Jagdberechtigten bejagt werden. Im Garten ist das Eingreifen ohne Jagdschein in der Regel nicht zulässig. Bei Problemen empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Jagdpächter oder der Unteren Naturschutzbehörde.

Quellen